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# 1 - Arbeitspunkte für analog und gemischt
logisch-analoge Designs |
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Das Arbeitspunktthema ist für jeden möglichen
Entwurf relevant: rein logische, rein analoge oder gemischt logisch-analoge.
Arbeitspunkte können auf zwei unterschiedlichen Weisen definiert
werden:
- Jeder erfahrene PCB Entwickler weiß, daß er seine Platine
so entwickeln muß, daß sie nach dem Einschalten in einen
definierten Ruhezustand gelangt: sie soll in Bereitschaft
bleiben. Den zuverlässigsten Ruhezustand auszuwählen ist
tägliches Brot für PCB Entwickler! Dies hat eine direkte
Auswirkung auf die Testbarkeit und später auf die Betriebskosten
der industriellen Prüfvorrichtung...
- IC-Entwickler untersuchen solche Initialisierungen durch virtuelle
Tests mit der Ruhepunktanalyse ihres Simulators: das Finden
aller Arbeitspunkte gibt ihnen kostbare Informationen über die
Topologie ihres Designs, über dessen Robustheit und kann ihnen
kostbare Anhaltspunkte aufzeigen, wie zukünftige Simulation beschleunigt
werden können
Ein Arbeitspunkt wird durch die Werte der Knotenspannungen
und des Zustandes jedes Bauelementes definiert, für den die Schaltung
stabil ist: es ist entscheidend, die Ausgangsbedingungen für eine
sinnvolle Simulation oder einen Test festzustellen.
Im Allgemeinen werden in einer analogen oder gemischt
logisch-analogen Schaltung viele Arbeitspunkte gefunden, vergleichbar
etwa mit den verschiedenen Gipfeln auf einer Gebirgskette
- Der Entwickler kann seine Schaltung derart ändern, um Arbeitspunkte
auszuschließen, die für die Leistungsfähigkeit der
Simulation oder des Tests nicht effizient sind
- Fünf Heuristiken und ein Algorithmus (für den Anschaltvorgang)
sind in SMASH implementiert, um Arbeitspunkte zu identifizieren
Eine Fallstudie: je besser der Simulator, desto realistischer
die Arbeitspunkte! - Arbeitspunkt B ist metastabil, d.h.
eine kleine Anregung veranlaßt den Schaltkreis diesen Zustand
zu verlassen

Warum mehrere Arbeitspunkte?

- Die Arbeitspunkte sind wie die Gipfel und die Talsohlen einer Gebirgskette
- Die Talsohlen sind stabile Arbeitspunkte, das heißt, daß
der Kreislauf nach einer kleinen Anregung an diesen Punkt zurückkehrt
- Die Gipfel sind metastabile (begrenzt instabil) Arbeitspunkte,
das heißt, daß der Kreislauf nach einer kleinen Anregung
diesen Punkt verläßt
- Mathematisch ausgedrückt, der Arbeitspunkt wird durch die
Werte der Knotenspannungen definiert, für die das Kirchhoffsche
Gesetz gültig ist: für jeden Knoten einer Schaltung ist
die Summe der Ströme gleich Null. Physikalisch bedeutet das,
daß jedes Elektron von einem bekannten Ort kommt und an einen
bekannten Ort geht.
Beispiel einer Schaltung mit verschiedenen Arbeitspunkten:
das Register
3 mögliche Arbeitspunkte: 2 stabil, 1 metastabil

Als Überprüfung ob sowohl mehrfache Arbeitspunkte
als auch Metastabile existieren, beginnen Logiksimulatoren (VHDL und
Verilog) mit einer Initialisierung aller Signale mit dem Wert "X".
- Beispiel einer Schaltung mit nur einem metastabilen Arbeitspunkt:
der Ringoszillator

Der einzige Arbeitspunkt ist metastabil. Das ist für
einen Oszillator normal!
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